JERUSALEM, 29.03.2021 (TM)

Sechs Tage nach der Wahl in Israel ist weiterhin völlig offen, wer das Land in Zukunft regieren wird. Hinter den Kulissen wird stundenlang verhandelt, aber die Gräben sind tief, vor allem bei den zerstrittenen Netanjahu-Gegnern. Ob der 71-Jährige Regierungschef bleiben soll, war bei der Abstimmung über die 120 Sitze in der Knesset die zentrale Frage gewesen.

Netanjahu hat es letztlich nicht geschafft, sich eine Regierungs-Mehrheit zu sichern. Und dies trotz der weltweit bewunderten Impfkampagne und den Friedensabkommen mit mehreren arabischen Staaten. Aber auch Oppositionsführer Yair Lapid hat keinen Grund zu feiern. Auch er hat keine Mehrheit zustande gebracht, um sein erklärtes Ziel zu erreichen, nämlich Netanjahu abzulösen.

Netanjahu braucht die Araber

Eine neue Regierung kann nur dann zustande kommen, wenn tiefe Gräben überwunden werden. Netanjahu wird von seinen langjährigen ultraorthodoxen Verbündeten, den Parteien Shas- und Vereinigtes Torah-Judentum, sowie von der rechten Partei des religiösen Zionismus unterstützt. Sein Block hätte 59 Sitze, wenn auch die Yamina-Partei von Naftali Bennett zu ihm hält. Damit fehlen ihm aber immer noch zwei Stimmen zur Mehrheit. Die könnte er von der kleinen islamistischen Ra’am-Partei erhalten. Eine Zusammenarbeit zwischen dem rechten Likud und den Arabern? Eigentlich undenkbar.

– Fokus Jerusalem.

 

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