DIMONA, 22.04.2021 (NH)

In Dimona heulten in der Nacht zum Donnerstag um 1:38 Uhr die Sirenen, gefolgt von einer gewaltigen Detonation. Sie war bis in die 75 Kilometer entfernte Hauptstadt Jerusalem zu hören. Augenzeugen zufolge wurde die Explosion auch in Modiin, Neve Ilan und in den judäischen Hügeln wahrgenommen. Sie ließ Häuser erbeben und sorgte bei den Anwohnern für Angst und Panik.

Etwa eine Stunde später berichtete ein israelischer Armeesprecher, dass eine SA-5-Boden-Luft-Rakete von Syrien auf israelisches Gebiet abgefeuert worden war. Es wird angenommen, dass nach einem Luftangriff, der Israel zugesprochen wird, eine Reihe von syrischen Flugabwehrraketen abgefeuert wurden. Eine erreichte Dimona im Süden Israels.

Eine SA-5 Langstreckenrakete kann Ziele in bis zu 400 Kilometer Entfernung treffen. Sie wiegt mehrere Tonnen und verfügt über einen 200 Kilogramm schweren Sprengkopf. Syrien war das erste Land, das sich dieses System nach dem ersten Libanonkrieg aneignete. Die Sowjetunion war Lieferant dieser Technologie. Tatsächlich stellt die SA-5 eine Bedrohung für israelische Kontrollflugzeuge dar. Die Luftkontrolle ist ein strategisch wichtiger Aspekt in Kriegszeiten und eine sehr große Hilfe für die israelischen Streitkräfte.

Israel antwortet mit Vergeltungsangriffen

Als Reaktion auf diesen Vorfall bombardierte die israelische Luftwaffe den Raketenstützpunkt, der das SA-5-Projektil abgefeuert hatte, und griff weitere fortschrittliche Raketen-Batterien auf syrischem Gebiet an. Medienberichten zufolge wurden dabei vier Syrer verletzt.

Unklar ist, ob die israelische Armee die anfliegende Rakete zerstörte oder ob diese ohne Fremdeinwirkung in der Luft explodierte. Was genau vor sich ging, wurde nicht bekannt gegeben. Verschiedenen Raketenteile, die heute früh um Beduinen-Ansiedlungen neben Dimona entdeckt wurden, deuten auf eine Explosion in der Luft hin. Die israelische Armee geht bislang davon aus, dass das Geschoss nicht gezielt auf Dimona abgefeuert wurde, sondern eher zufällig dort niederging.

Offen ist, was die massive Explosion in der Gegend von Jerusalem verursacht hat. War es die Detonation oder der Überschallknall der syrischen Rakete, als sie in den israelischen Luftraum eindrang? Der Vorfall wird derzeit noch untersucht.

Dimona: Nicht zum ersten Mal Zielscheibe

Dimona befindet sich im nördlichen Teil der Negev-Wüste. Bekannt ist die Stadt durch ihren Atomreaktor, der bereits im Jahr 2014 das Ziel von Raketenangriffen war. Die Essedin-al-Kassam-Brigaden, die zum militärischen Arm der Hamas gehören, übernahmen damals die Verantwortung für den Luftangriff. Die drei M75-Raketen verfehlten ihr Ziel. (Bericht Fokus Jerusalem)

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